Warum Egoismus eine positive Eigenschaft ist

Hat jemals jemand mit tiefer Überzeugung von sich behauptet: „Ich bin zu egoistisch und so gefalle ich mir selbst nicht?“ Natürlich nicht. Genau wie Arroganz oder Einbildung ist Egoismus nämlich ein Vorwurf von außen – aber keiner, den wir uns selbst machen. Denn für jeden Einzelnen ist ein gesunder Egoismus eine lebenswichtige Eigenschaft. Warum? Weil Egoismus uns dazu verhilft, erst an unserem eigenen Leben zu arbeiten, damit wir dann an andere wirklich wertvolle Dinge weitergeben können, wenn wir es für richtig halten. Gemäß dem Gesetz der Anziehung wirken bekanntlich nur die wirklich erfolgreichen Menschen anziehend, und dies sind leider nicht diejenigen, die versuchen, ihren gesunden Egoismus zu unterdrücken, nur um der Gesellschaft besser zu gefallen.

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Warum wird uns Egoismus angekreidet?

Jeder denkt an sich selbst. Schließlich wird sich kein anderer wirklich dauerhaft so selbstlos um uns sorgen und sich für unsere Belange einsetzen, als dass wir das anders machen könnten. Aber wenn das doch so gesund und richtig ist, wieso wird einem Egoismus dann so oft zum Vorwurf gemacht? Meistens, weil der Vorwerfende seine eigenen Interessen durch die Durchsetzung unserer Interessen angegriffen und gefährdet sieht:

  • „Du willst kein Kind? Du bist egoistisch!“ Tatsächlich stecken hier Ängste um die Füllung der Rentenkasse, den Fortbestand der eigenen Nationalität oder des Traditionsdenkens dahinter. Dass Kinder nicht jeden glücklich und manche regelrecht unglücklich machen, spielt hier keine Rolle mehr.
  • „Du gehst ohne mich zur Party? Das ist egoistisch!“ Manchmal will man eben nicht alles zusammen mit dem Partner, dem besten Freund oder einem Verwandten machen. Das heißt, dass diese Menschen sich allein beschäftigen müssen. Was demjenigen gut tut, der alleine ohne sie etwas machen will, ist ihnen egal.
  • „Du willst zum Studium in eine andere Stadt und uns, deine Eltern, hier allein lassen?“ Die Eltern haben ihr Leben dem Kind gewidmet und dieses will nun endlich sein eigenes Leben führen – für die Eltern heißt das, sie müssen sich umorientieren. Die Interessen des Kindes sind ihnen gerade zweitrangig geworden.

Es macht also wenig Sinn, sich den Vorwurf „Egoismus“ gefallen zu lassen, geschweige denn danach zu handeln. Das stünde unseren eigenen Zielen und unserem eigenen Wohl nur im Weg.

Warum tut uns Egoismus gut?

Egoismus bedeutet nicht, dass man sich gar nicht mehr anhören darf, was andere zu sagen haben. Gesunder Egoismus bedeutet jedoch, dass man Entscheidungen vornehmlich so trifft, dass sie dem eigenen Wohl dienen – in dem Wissen, dass andere das schlichtweg nicht können. Warum? Weil solche Entscheidungen zu Positivem führen und dafür sorgen, dass wir später wahre Werte zurückgeben können.

  • Keine Kinder? Diese Entscheidung könnte bedeuten, dass du dich nicht unglücklich machst und deine Energie in soziale Projekte, dein eigenes Unternehmen, etc. einbringen kannst, weil du die Zeit und Energie dafür wirklich hast.
  • Wegzug zum Studium oder für den neuen Job? Das bedeutet, dass du glücklich wirst, deine Potenziale voll ausreizt und in einem Job Gutes tun kannst, der perfekt für dich ist. Dadurch gibst du der Gesellschaft etwas in Form deiner Arbeit zurück.
  • Geld verdienen statt Centbeträge spenden? Das ist gut – denn irgendwann lässt du dein Geld für dich arbeiten und kannst wirklich relevante Summen spenden!
    Jungunternehmer fördern statt Kinderpatenschaft übernehmen? Vielleicht ist es ja ein Jungunternehmer, der ein Projekt für die Dritte Welt lanciert – und damit hilfst du mehr als nur deinem eigenen Patenkind

Egoisten haben mehr zu geben als sozial veranlagte Menschen

Sozial veranlagte Menschen erscheinen auf den ersten Blick wie ein großer Gewinn für die Gesellschaft. Wieso? Weil sie fast ausschließlich das tun, was für andere gut ist, aber nichts für sich selbst. Sie erweisen hier und da kleine Freundschafts- und Familiendienste, von denen sie aber selbst nichts haben. Sie füllen ihren eigenen Topf nicht und können dadurch auch wenig Großes geben. Egoisten dagegen denken zuerst an sich selbst, schaffen sich selbst Wohlstand und eine stabile Basis – und geben dann, wenn es nachhaltig und zielführend ist. Natürlich könnten sie auch mal den Babysitter spielen oder einen geringen Betrag spenden; genauso wäre es ihnen möglich, eine Babysitter-Agentur zu gründen oder eine große Spende zu tätigen, da sie sich zuerst selbst die Grundlage dafür geschaffen haben. Sie können der Gesellschaft helfen und nicht nur einem Individuum in dieser Gesellschaft. Der Weg dahin ist, sich selbst als erste und wichtigste Person im eigenen Leben anzusehen. Vor dem Partner. Der Mutter. Dem Vater. Den Verwandten. Sogar noch vor den eigenen Kindern. Denn auch diese sind egoistisch motiviert und das ist gut so – für sie! Egoismus ist damit in gesunden Grenzen eine sehr positive Eigenschaft und sollte von niemandem abgelegt werden, nur weil frustrierte Kritik dafür von anderen kommt.

Manuel Sabetta Mair
Jahrgang 1984, Inhaber und Autor von „We Think Positive“.
Für mich ist Persönlichkeitsbildung ein wichtiges Thema – Offenheit und viel Lebenslust ist meine Grundvoraussetzung.

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